Zum Konzept der politisch-kulturellen Bildung
Die Welt zu verstehen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Um dies zu können, reichen Informationen allein nicht aus. Es bedarf des Diskurses, der Verständigung mit anderen Menschen.
In der Suche nach Verständnis für gesellschaftliche Entwicklung geht es nie nur allein um die Vermittlung des Verständnisses der Prozesse. Nachhaltiges Lernen gelingt durch die Anbindung des Seminarthemas an die Lebenswirklichkeit der Menschen.
Notwendig ist es deshalb, gesellschaftliche Themenstellungen mit der individuellen Enwicklung zu verbinden. Wenn es ermöglicht wird, aus einer inneren Distanz heraus einen Blick auf eigene Lebenssituationen zu werfen und über Dialog Zusammenhänge zwischen individuellen und gesellschaftlichen Entwicklungslinien und Bedingtheiten dieser Lebenssituationen herzustellen, dann entsteht (politische) Erkenntnis, Selbstbewusstheit, Freiheit zum Handeln, politische Mündigkeit.
Außerdem: Aufgabe der politischen Bildung ist nicht so sehr, Informationslücken zu schließen, sondern in der Informations-Überflutung der Medienwelt den Hunger nach neuen Einsichten zu stillen.
Auch die für jede Demokratie wichtige Fähigkeit zur politischen Teilhabe geschieht nicht allein durch Information über politische Prozesse. Damit Bürger/innen zu mündigen Menschen - mit der Fähigkeit zu politischem Denken und vielleicht auch Handeln - werden können, bedarf es auch der Fähigkeit, die eigene Lebenssituation wie die Lebenssituationen anderer betrachten, verstehen, reflektieren und in einen gesellschaftlichen Kontext einordnen zu können.
Aufgabe von politischer Bildung ist es, Lernsituationen anzubieten, die diese angesprochenen Fähigkeiten fördern, vermitteln.
Politische Bildung stellt damit ein Angebot zur sozialen und politischen Kommunikation, zur Orientierung, zur Identitätsbildung und so zur Bewältigung von politischen Umbrüchen und den Folgen des sozialen und kulturellen Wandels dar. Sie vermittelt zwischen den alltäglichen Lebenswelten der Teilnehmer/innen und den immer unübersichtlicher werdenden gesellschaftlichen Strukturen. Sie stärkt in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Meinungen, Interessen und Konflikten die politische Urteilskraft. Sie thematisiert grundlegende gesellschaftliche Entwicklungsrichtungen und Wertüberzeugungen im Gemeinwesen.
Ohne persönlichen Nutzen findet keine Bildung statt
Und noch ein wesentlicher Gedanke gilt:
Ohne einen persönlichen Nutzen findet keine Bildung statt. Jedes Angebot muss die Frage reflektieren und kommunizieren, welcher persönliche Nutzen in der Teilnahme liegt. „Es sind nicht viele Menschen, für die politische Urteilsfähigkeit, politische Handlungskompetenz oder die Stabilität der Demokratie schon als solche das zureichende Motiv für die Teilnahme an Veranstaltungen der politischen Bildung darstellen. Für die meisten muss ein kräftiger Schuss unmittelbarer persönlicher Nutzen beigemischt (...) sein, wenn sie sich für ein Angebot interessieren sollen.“ (T. Meyer – Internet und politische Bildung – Zehn Thesen)
Politische Bildung ist ein gesellschaftlicher Schatz
Es lohnt sich also politische Bildungsveranstaltungen zu besuchen - und es lohnt sich für die Institution Bildungsurlaub zu kämpfen. Wir brauchen dieses Instrument gerade auch, um Menschen, die es nicht gewohnt sind, sich an Bildungsprozessen zu beteiligen, zu ermutigen. Das Land Bremen hat mit seinem Weiterbildungsgesetz einen Schatz geschaffen, den es zu erhalten und fortzuentwickeln gilt.
Hier geht es direkt zum aktuellen Angebot der politischen Bildung
Die wisoak hat in diesem Bereich ein großes Bildungsangebot. (mehr als 200 Seminare der politischen Bildung in Bremen, Bremerhaven und Bad Zwischenahn). Über den Link
www.wisoak.de/seminare-und-kurse/politische-bildung gelangen Sie direkt zu unserem aktuellen Angebot.


